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Peloponnes - Land, aus dem der Frieden kam

Als Bestandteil des Festlandes von Griechenland, ist der Peloponnes (oder auch - die Peleponnes) eigentlich seit dem Bau des "Kanal von Korinth" eine Insel.

Nördlich des Peloponnes liegt Sterea Hellas, westlich Zakynthos, die südlichste Insel der Ionischen Inseln, östlich Attika und die Inseln des Saronischen Golfes und südlich jede Menge Mittelmeer und irgendwann der westlichste Zipfel von Kreta, der grössten Insel von Griechenland.

Der Peloponnes wird in 7 Gebiete unterteilt. Diese Gebiete des Peloponnes - Präfekturen genannt (kommen Ihrem Status nach etwa unseren Landkreisen gleich) - sind: Korinthia, Achaia, Ilia, Messinia, Lakonien, Arkadien und Argolis.

Wissenswertes über den Peloponnes

Epidauros, Mykene, Olympia, Sparta - die Schauplätze der Dramen und Heldentaten im einstigen Reich des sagenhaften Königs Pelops - dem heutigen Peloponnes - ziehen tausende Touristen an. Weite Tannenwälder gegen kargen Fels, die monumentalen Gebirge des Parnonas und Taygetos, liebliche Ebenen und heilige Stätten zeichnen die riesige Halbinsel, auf der nur eine Million Menschen leben. Heitere Küstenorte wie Nafplion, Gythion oder Kalamata leben sich in der Gegenwart aus. In der Abgeschiedenheit Arkadiens und der südlichen Halbinsel Mani findet man das pure Griechenland.

Schon aufgrund seiner unzähligen Altertümer, welche die historische Bedeutung dieses Teils von Griechenland bezeugen, ist der Peloponnes ein absolutes Muß für jeden, der sich auch nur minimal für die Antike interessiert.

Unser Buchtip: Peloponnes vom Michael-Müller-Verlag.

Korinth und IIia - Von Heiligtümern, Wein und Strand

Wo die Korintherbriefe verlesen wurden und wo alle vier Jahre zu den Olympiaden der Frieden ausgerufen wurde, reist man zurück zu den Wurzeln Europas. Und gleichzeitig durch die üppige Landschaft der Halbinsel.

Der Kanal von Korinth mit seinen 80 Metern tiefen Steilwänden und seiner Länge von über sechs Kilometern bildet die Pforte zu König Pelops Reich. Der antike Held gab der Halbinsel den Namen und beherrschte die Provinz IIia mit Olympia, dem größten Heiligtum der alten Welt.
Bevor man jedoch über die Hafenstadt Patras dorthin reist, vermittelt ein Besuch der antiken Stadtanlage von Korinth und der Burg Akrokorinth einen tiefen Eindruck von den Machtzentren des Altertums.
Empfehlenswert ist auch ein Tagesausflug zum Städtchen Diakofto. Dort startet eine historische Zahnradbahn in die romantische Schlucht des Vouraikos. Hier zeigt sich schon die gewaltige Dimension der Peloponnes-Gebirge.

Ein Stopp in Patras (Präfektur Ilia) mit seinem vielfrequentierten Hafen lohnt sich, da die Stadt als Kulturhauptstadt Europas 2006 ihr Gesicht verändert und interessante Ausstellungen im öffentlichen Raum zeigen wird. Entlang der gesamten Küste bis tief ins Herz von Ilia erstreckt sich zudem das größte Anbaugebiet für griechische Qualitätsweine. Ein Blick in die Weinhandlungen von Patras führt zur Entdeckung erlesener Tropfen. Die Provinz Ilia öffnet sich in sanften Hainen.
An der Westküste liegen die großen Urlaubsareale von Kyllini mit fast Goldfarbenen, kilometerlangen Sandstränden, die einer weiter Dünenlandschaft gleichen.
Für den Besuch der antiken Stätte Olympia reicht ein einziger Tag kaum aus. Das liebliche Alpios-Tal mit seinen Zypressen, Eukalyptusbäumen und Olivenhainen strahlt harmonischen Frieden aus. Am Kronos-Hügel, wo sich die Ausgrabungsstätten Olympias mit dem Zeustempel, der Palästra und dem Stadion erstreckt, wird der friedvolle Eindruck noch stärker.
In einer der ältesten Tempelstätten Europas, die von Menschen in stetiger Auseinandersetzung mit dem Menschsein erschaffen wurde, liegen Sinnbilder von zeitloser Gültigkeit verborgen. Obwohl hier scheinbar nur antike Steine von den Verwerfungen der Zeit befreit wurden und die Säulen des Zeustempels in sich zusammengestürzt sind, ruht in Olympia für immer jener demokratischer Gestus aus Harmonie und Ästhetik, der die olympische Idee in die Welt bringen konnte.

Arkadien und Argolis - Von Bergdörfern, heller Küste und großen Dramen

Die arkadische Landschaft gilt als Inbegriff der Sehnsucht nach idyllischer Abgeschiedenheit. In bizarren Felsenklausen haben Mönche sie gefunden. Die kontrastreiche Landschaft der Argolis mit den archaischen Stätten Mykene, Tiryns, Argos und Epidauros ist das Dorado der Kulturreisenden.

Die Küstenregion von Arkadien zwischen den schönen Dörfern Leonidion und Astros ist ideal für einsames Baden an schönen Kiesstränden. Dann führt die Gebirgsstraße ins schroffe Landesinnere. Bergdörfer wie Andritsena, Stemnitsa, Dimitsana und Vytina zeigen sich mit schmalen Gassen, historischen Bürgerhäusern und freundlichen Bewohnern in ungeschminkter Schönheit.
Von Andritsena lohnt ein Abstecher zum Tempel von Bassia, einem der Schönstgelegenen Griechenlands.
Zum Schutz vor Frost und Schnee ist er verhüllt wie ein Werk des Künstlers Christo.
Durch das üppige, wasserreiche Lousios-Tal wandert man zu den Mönchklausen von Moni Prodromou. Wie Adlerhorste hängen sie in der Steilwand einen hohen Felsens. Während des griechischen Freiheitskampfes gegen die Osmanen entstanden sie als "Geheime Schulen", wo Mönche die kulturelle Identität des alten Griechenland wahrten. Heute haben sich noch einige auf Lebenszeit in die Exklave zurückgezogen und gestatten den Besuch des urzeitlichen Klosters bis 12 Uhr mittags.

Eine Stadt mit klassischer Ausstrahlung und unwiderstehlichem Charme ist Nafplion - eine Stadt der Präfektur Argolis. Ihr historischer Stadtkern ist mit großzügigen Plätzen voller Cafés und einer klassizistischen Meerespromenade ganz auf den Argolischen Golf ausgerichtet und gibt sich weltoffen. Kein Wunder, denn Nafplion war vor Athen einmal die Hauptstadt Griechenlands. In ihrer hübschen Altstadt mit einem Gewirr aus Gassen und Treppen findet sich die höchste Dichte an Tavernen und Bars auf dem Peloponnes. Steil steigt das Viertel am 229 m hohen Burgberg mit der Festung Palamidi an. Genau 999 Stufen führen hinauf. Die Mühe wird durch einen sensationellen Ausblick über die Argolis und auf die kleine Festungsinsel Bourtzi belohnt, dem Wahrzeichen der Stadt.
Zweifellos der Höhepunkt einer Reise durch die Argolis ist die antike Theaterstätte Epidauros am Saronischen Golf. Hunderte Besucher aus allen Nationen erklimmen täglich die 2000 Jahre alten Steinstufen des Theaterrunds, um die phantastische Akustik zu erproben. Die Dramendichter Aischylos, Sophokles oder Euripides brachten hier jene Stoffe zur Aufführung, die von den Herrschergeschlechtern aus dem nahen Tiryni, Argos und Mykene überliefert waren. Familientragödien, die als psychologische Wegweiser und Spieglung der menschlichen Natur bis in die heutige Zivilisation Europas nachwirken.

Messenien, Lakonien und Mani - Von Spiritualität, Leidenschaft und schönen Dornen

Der große Süden des Peloponnes ist aus dem harten Stein des Taygetosgebirge geformt. Küstenstädtchen wie Gythion halten mit italienischem Flair dagegen und das legendäre Sparta behauptet sich als moderne Kapitale. Doch das Alte scheint immer glänzend auf in Mistras, Monemvassia und der kargen Halbinsel der Mani. Die Südroute bis zur Hafen- und Industriestadt Kalamáta wirkt wie eine Entschlackungskur von der opulenten Argolis.

In den beschaulichen Hafenstädtchen Pylos, Methoni und Koroni bietet sich ein schöner Badeaufenthalt an, ehe es durch die Ebene von Messinien in das gewaltige, mit zerklüfteten Felsen auf 2400 m anwachsende Taygetos-Gebirge in die Prvinz Lakonien geht. Sparta ist ihr Zentrum und die Stadtanlage bezeugt den sprichwörtlich gewordenen Lebensstil der einstigen Krieger. Sie ist praktisch, akkurat,quadratisch. Doch umgeben einer schillernden Ebene mit Orangenplantagen und Olivenanbau pflegen die heutigen wohlhabenden Spartaner einen munteren Alltag mit regem Nachtleben.
Nicht weit von Sparta liegt das byzantinische Zentrum der Spiritualität: die Ruinenstadt Mistras. Sie ist entlang einem schmalen, schattenlosen Gebirgspfad den Hang des Taygetos hinaufgewachsen und war einst die Kaiserschmiede von Byzanz. Jedes Kloster und jede der Kirchenanlagen, die teilweise noch bewirtschaftet sind, wurde im Ebenmaß und eingebettet in die Schönheit der Landschaft erbaut. Und in jedem dieser Orte liegt eine besondere konemplative Kraft. Einen Tag braucht man mindestens, um dieses mittelalterliche Wunder der religiösen Vervollkommnung zu durchwandern. Im hübschen Ort Mistras stehen viele Tavernen und Pensionen zu Einkehr offen.

Die quirlige Hafenstadt Gythion gilt als Tor zur Halbinsel Mani. Von Sparta durch die immer karger werdende Landschaft Lakoniens kommend, wirk das Hafenrund mit seiner klassizistischen Häuserfront, einer belebten Platia an der Uferstraße und stilvollen Cafés fast mondän.
Stattliche Bürgerhäuser klettern auf einem Hang hinauf, gekrönt vom Idyll alter Fischerhäuser. Auch das Grün der Agaven und Olivenhaine trumpft beim Spaziergang noch einmal auf, dann führt die Reise über steile, nackte Steinrücken zur lokonischen Felsenküste. Das Dorf Stavropigio zeigt sich mit dem ersten der maniotischen Wehrtürme, den Wahrzeichen der einst kriegerischen Gegend.
Stoupa ist ein kunstvoll restaurierter Badeort mit herrschaftlichen Steinhäusern. Der benachbarte Ferienort Kardamyli ist bunt illustriert mit Souvenirläden und kleinen Boutiquen. Diese "Exo Mani", die äußere Mani, trägt noch liebliche Züge. Erst südlich der Hauptstadt Areopolis heißt sie "Mésa", die "innere" Mani, von der einst ein Hirte gesagt haben soll, man habe hier die schönsten Dornen zu verkaufen.
Mit gedrungenen Kalksteinhäusern, sehr engen Gassen, fast fensterlosen Wohntürmen und einem Ringwall aus Feigenkakteen wirkt Areopolis wie eine kleine Festung. Tatsächlich mussten sich die stolzen Manioten oft gegen Eindringlinge verschanzen. Aber auch untereinander trugen die Geschlechterclans noch bis ins
19. Jahrhundert leidenschaftliche Fehden aus.
Eine Rundfahrt über die Halbinsel führt zu Dörfern, die wie Igel nur aus Türmen bestehen.
Besonders sehenswert sind Mina, Kita, Alika und an der Südspitze Vathia. Der Weg führt dabei auch in eine verlockend einsame, lichtblaue Küstenlandschaft mit versteckten Badebuchten.
Am äußersten Südzipfel liegt das Kap Tenaro, an dem man einen Eingang zum Hades vermutete.
Die Mani ist durchzogen von Höhlen, und im Ort Pirgos Dirou kann man einen labyrinthischen Höhlensystem mit Langbooten in märchenhaften Tropfsteingewölben treiben.

Ein Höhepunkt im großen Süden ist auch Monrmvassia am östlichen Finger von Lakonien. Auf der Meereseite eines 300 m hohen Inselbergs wurde die Siedlungsfeste unsichtbar für Eindringlinge aus dem Hinterland in die Hänge gebaut. Sie bildet das einmalige Ensemble eines mittelalterlichen Lebens- und Kirchendorfes, das dem Vergleich mit dem heiligen Mont St. Michel gewiss Stand hält.
Die malerische Hauptgasse des Ortes ist von kleinen Delikatessenläden, schönen Boutiquen und Tavernen gesäumt. Beim Aufstieg über das Dorf zu den Resten einer fränkischen Festung genießt man unwahrscheinliche Ausblicke ins Blau der tiefsten Stelle des Mittelmeeres.

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